1999

Island Konvoi 1999 - vier Hanomag A-L28 und ein Fiat Ducato
Iceland convoy 1999 - four Hanomag A-L28 and a Fiat Ducato

Island im Konvoi...
Ein weiteres Jahr ist vergangen und obwohl ich dieses Jahr ursprünglich nicht nach Island wollte, war die Verlockung zu groß, in einem Konvoi mit 5 Fahrzeugen- davon 4 Hanomag A-L28 und einem Fiat Ducato- durch die Insel unterhalb des Polarkreises zu fahren. 

     15. Juli 1999

Mit dem Golf fahre ich bis Kelkheim zu Peter und Karin. Danach mit deren Landi und zusammen mit Uwe bis nach Langenfeld zu Jürgen und Renate. Als letzter Teilnehmer trifft Lutz ein und wir machen uns auf zum Flughafen Düsseldorf. Dort herrscht bereits Gedränge- es ist eben Ferienzeit. Wir genehmigen uns ein paar Murphys.

Endlich- pünktlich um 21 Uhr hebt der nicht ganz besetzte LTU/LTE Bomber ab. In Reihe 2 rechts sitzt ein „Behinderter mit Überlänge” und dessen Begleiter. Holland, Nordsee, Orkneys, Färöer und entlang an der Südküste Islands bis Keflavik.

Nach der Landung werden wir in keinster Weise kontrolliert. Mit dem Flybus fahren wir durch die Lava in Richtung Reykjavik wobei wir von einem begnadeten Reiseführer erfahren, daß ganz Island auf einem „Hotpot” liegt.

Der Bus hält am Hotel Esja in unmittelbarer Nähe des Gästehauses Björk. Nach Mitternacht und nach einem Schlafbierchen hat uns Island wieder.  

     16. Juli 1999

Nach kurzem Fußmarsch zum Hafengebiet und dem Ausfüllen der notwendigen Zollpapiere inklusive dem Bezahlen der Dieselsteuer (16860 IKr) erhalten wir abermals unkontrolliert die Schlüssel unserer Fahrzeuge und wir Fahren zum Tanken und Einkaufen.

Nun gilts- die erste Kurzetappe führt zu altbekannter Stelle am Kleifervatn. Wir haben blauen Himmel und ruhige See. Bereits am frühen Nachmittag stehen wir auf unserem Sandplatz umgeben von kleinen Hügeln.

Erste kleinere Wartungsarbeiten werden durchgeführt. Akklimatisieren. Grillen. Guinness anstechen und Durchzählen der Alkoholvorräte- sprich Hochlandausrüstung. Früh- sehr früh gegen 21 Uhr und völliger Helligkeit aber vorhandener Kühle und Müdigkeit ziehen wir uns in die Hanos  zurück.

     17. Juli 1999
Der feuchte Nachtnebel hat sich schnell verzogen. Wir machen uns frühzeitig auf zum „Formula Offroad” in Akranes. Dafür passieren wir unter den staunenden Augen vieler Isländer zuerst Reykjavik.
Auf der Ringstrasse verursachen wir den „längsten Stau” der diesjährigen Sommersaison. Der Hvalfjördur wird umrundet und nicht im Tunnel abgekürzt. Am letztjährigen Offradgelände ist nichts los und an einer Tankstelle heißt es, daß die Veranstaltung vor etwa zwei Wochen war.
Bei Borgarnes werden wir zum nächsten Mal bestaunt und wir beschließen auf die Snaefellsneshalbinsel zu fahren. An der 55, kurz nach einem markanten Berg, befindet sich unterhalb eines weiteren Berges ein unscheinbarer Parkplatz. Rechts des erkennbaren Weges durch Lavafelder und auch rechts neben dem Vulkanberg Gullborg ist die Lavahöhle Borgarhellir. In einem Lavaeinbruch steht ein Hinweisschild. Der Einstieg ist etwas mühsam. Innen ist es absolut dunkel. Tunnelähnlich schlängelt sich die Höhle durch den Untergrund. Die Steine sind völlig glatt, „Spaghettis” bis etwa 50cm Länge hängen von der Decke und kleinere Tropfsteine sind ebenfalls zu sehen. Der Weg teilt sich und beide Gänge enden an einer Absperrkette. Stirnlampen wären recht hilfreich, um beim Klettern beide Hände frei zu haben.
Wieder im Freien gehen wir im blendenden Sonnenschein 30 Minuten zurück zu den Autos. Auf der 54 biegen wir ab in Richtung Borgarholt. Dort ist Schluß an einem Hof. Wir stehen auf einem kleinen, vertieft liegenden Platz mit etwas Abraum und Blick auf die rückwärtigen Bergketten inklusive Snaefellsnes.
     18. Juli 1999
Wir verlassen unseren Standplatz bei blauem Himmel und fahren entlang der Südküste der Snaefellsneshalbinsel- voraus im Blickfeld der alles dominierende Snaefellsnes mit Schneekappe und einer Höhe von 1446m. Immer näher kommen wir dem Berg und den davor liegenden Lavafeldern. Bei Hellnar zweigen wir links ab an die Küste. Von einem kleinen Kai hat man den Blick auf die Vogelfelsen mit brütenden Seevögeln. Bei näherer Betrachtung sieht man ein hohes Felstor im Wasser, das übervoll mit Nestern ist und die Felsen reflektieren das Geschrei der Vögel.
Auf dem Weg zur Tröllakirkja, einem weiteren Felsentor mit Durchsicht auf den Snaefellsnes passiert man zwei markante Felsen am Meer. Der Strand mit bizarren Felsen ist übersät mit schwarzen Kieseln. Weiterhin ragt viel rostender Stahl aus dem Boden. Es ist heiß.
Die Auf- und Überfahrt am Snaefellsnes verspricht etwas Kühle. Denkste! Unterwegs hat es bis zu 24°C. Steil geht es nach oben. Die Piste durchschneidet Schneefelder und ein Aussichtspunkt auf 600m Höhe ermöglicht den Blick auf die Schneekappe und den weit unten liegenden Strand. Bei der Schneemobilstation ist ordentlich Betrieb und man sieht die Fahrzeuge über den Schnee fahren. Die Berg- Abfahrt strapaziert die Bremsen bis zum „Quieeeetschen”, da es keinen passenden Gang gibt, der den Vortrieb etwas bremst.
Bei Grundarfjördur werden Betriebsstoffe gebunkert. Dann geht es immer entlang an der Nordküste der Halbinsel. Wir werden von unzähligen isländischen Wohnmobilen in Gegenrichtung passiert. Am Skogarströnd finden wir keinen passenden Übernachtungsplatz. Mehrere seitliche Suchen schlagen fehl. An der Küste kurz hinter Budardalur führt endlich ein kleiner Weg in Richtung Meer.
     19. Juli 1999
Wir erwachen in unserer Senke nahe am Meer. Nun gehen sie los, die Fjordumrundungen. Der Gilsfjördur kann durch einen Damm im Meer abgeschnitten werden und die 60 führt uns auf teils kräftigen Steigungen nach oben und wieder nach unten. Dabei passieren wir das Hallenschwimmbad in Djupidalur.
Nur ein Luft verlierender Reifen bei Pit schränkt unseren Vorwärtsdrang etwas ein- das heißt Reifenwechsel vorne rechts im Formel1 Tempo. Leider wird die Standzeit von acht Sekunden knapp überschritten und getankt ist auch noch nicht.
Am Kollafjördur halten wir an unserem letztjährigen Übernachtungsplatz. Nach der letzten Raststelle an der 60/62 Kreuzung biegen wir ab auf die Hochebene in Richtung Dynjandi Wasserfall. Der höchste Punkt hat etwa 500m und es liegen noch viele Schneefelder am Wegesrand.
Blauer Himmel, weißer Schnee, blaue Fjorde und kleinere Seen wechseln sich ab. Die Landschaft ist phantastisch. Wiederum im Tal haben wir den Dynjandifoss erreicht. Nun sind kleinere Wartungsarbeiten am Hano angesagt. Der vordere linke Stoßdämpfer wird neu befestigt und beide vordere Radlager nachgezogen. Der neue „Knackfrosch” unter dem Bodenblech bekommt noch eine letzte Chance zur Besserung- wahrscheinlich ist es das vordere, rechte Fahrerhauslager.
     20. Juli 1999
Abfahrt kurz vor 8 Uhr, da wir die folgende Halbinsel bei Wasserhochstand umrunden wollen, um am Felstor und an den Brandungsfelsen im Wasser fahren zu können.
Pit verliert hinten links Luft im Reifen. Ich hupe, gestikuliere und schalte das Licht aus und ein. Erst kurz vor dem Felstor bemerkt er den Plattfuß.
An der Durchfahrt scheint die Piste hochgelegt- aber die erwartete Flut ist noch weit entfernt. So machen wir nur die obligatorischen Bilder und zuckeln weiter. Nach dem Leuchtturm fährt man hoch über dem Fjord am Berg entlang. Thingeyri. Wir tanken und Pit läßt zwei Reifen flicken. Beim Warten fällt ein Isländer beim Streichen von der Leiter und verdreht sich den Knöchel. Sofort kommt Notarzt und Rettungswagen.
Wir erklimmen in Serpentinen die 60 bis auf die Paßhöhe mit herrlichem Ausblick auf den zurückliegenden Fjord. Am Seeschwalbenbrutgebiet ist unsere heutige Runde vollendet.
Am Ende des Borgarfjördur beim Kraftwerk zweigt eine Piste in die Berge ab. Tor öffnen, Fahrzeuge durch, Tor schließen und auf geht´s. Wir passieren mehrere kleine Staustufen und deren Zuflüsse bis uns ein etwa 50m breites Schneefeld im Weg liegt. Es ist recht hart und scheint befahrbar. Doch oh Schreck, die Ausfahrt ist völlig unterspült und somit hohl- unpassierbar. Zurück auf der Haupstrasse bevölkern wir wieder unseren gestrigen Platz am Dynjandi.
     21. Juli 1999
Das Wetter ist „unerträglich”- blauer Himmel, warm- und das gefällt auch den in Scharen auftretenden Mücken. Wir fahren bei bis zu 22°C über den Pass in Richtung Südküste.
Am Vatnsfjördur, kurz hinter der Tankstelle, zweigt links eine Piste in die Berge ab. Kleinere Hindernisse stellen sich uns in den Weg- wie große Steinbrocken, wegerodierte Pisten, schlecht eingegrabene und plattgefahrene Drainagerohre, Steinstufen und ein klein wenig Schlamm. Uwe bleibt stecken und „blockiert” die Fahrbahn. So kommt der Bergegurt zum ersten Mal in Einsatz.
Auf der ca. 500m hohen Ebene wachsen viele niedrige Büsche und vielfältige Blumen. Immer wieder hat man den Blick auf die nahe Hauptstrasse im Tal und den majestätisch in der Sonne stehenden Snaefellsnes in respektvoller Entfernung. Es ist Traumwetter angesagt, deshalb wollen wir ins Hallenbad bei Djupidalur. Auf dem Weg dorthin schlägt mein Schrank im Aufbau zwischen Snaefellsneshalbinsel und Westfjorde ein und verursacht ein mittleres Seebeben auf meiner Reliefkarte.
Anfangs haben wir das Hallenbad für uns alleine. Das Wasser ist recht warm und sehr angenehm nach der vorausgegangenen Rüttelei.
Über dem nächsten Berg und oberhalb des Fjordes befindet sich unser heutiger Rastplatz. In der Boxengasse wird kräftig geschraubt. „Kleinere Wartungsarbeiten”. Am Hano hat sich mal wieder der Lichtschalter verabschiedet und wird provisorisch mit Draht, Kabelbinder und Isolierband zusammengeflickt.

Kleinere Hindernisse im Gelände
Minor offroad obstacles
     22. Juli 1999
Und wiederum- immer an den Fjorden entlang. Den Gilsfjördur kürzen wir abermals auf dem Damm ab, um dann nach Budardalur mit Tanke, Supermarkt und Bäcker zu kommen. Die 59 führt an den langen, schmalen Hrutafjördur, an dessen Ende wir Ringstrassenkontakt bekommen. Sofort nimmt der Verkehr zu.
Nahe Laugarbakki biegen wir auf die 704 in Richtung Arnarvatnsheidi ab. Die Piste ist fast vollständig aufgefüllt und führt durch rumpelige Buckel- und Moorwiesen. Kein bißchen Morast oder Matsch. Etwa auf halbem Weg liegt der Arnarvatn stora mit mehreren Hütten und Sanitärgebäude.
Die Nacht wird begleitet von dem Singen der Schwäne auf dem nahegelegenen See und dem durchdringenden „Füüüü” einer anderen Vogelart.
     23. Juli 1999
Der Tag des Bergegurts hat begonnen. Bereits kurz hinter den Hütten beginnt Gelände. Steinpiste, tiefe Erosionsrinnen, schmierige Schlammstücke- hervorgerufen durch den heftig einsetzenden Regen, aber auch gut zu fahrende, tief in der Grasnarbe versenkte Sandabschnitte wechseln sich ab.
Ein unebenes Bergaufstück mit größeren Absätzen bringt Uwes Fiat zum Stehen. Mit leichter Anzughilfe schafft er die Steigung jedoch problemlos. An einem Notflugfeld mitten in der Pampa machen wir Mittag. ”Just landed 4 Hanomag A-L28 and a Fiat Ducato”.
An einem schmierigen Bergabstück driftet Lutz auf mehrere Riesenmurmeln, die sich unter seiner Standheizungskiste festsetzen. Leichter Strassenbau ist notwendig. Die Piste führt im 90° Winkel weg und so zieht Jürgen diagonal den Hano auf die rechte Bahn zurück.
Selbst bei Regen fliegen Fliegen und das ganze Fahrerhaus ist übervoll mit den lästigen Biestern. Bei einer Bergabfahrt hat man die Auswahl zwischen steiniger Rumpelpiste, tiefem Matschloch und Grasstück mit aufgefüllter Matschrinne am Beginn. Pit und ich wollen Alternative 3 fahren. Er fährt langsam in die Rinne- Vorderachse ist durch, aber die Hinterachse schmiert über die aufgefüllten Steine ab und der Hano ist versenkt bis kurz vor den Aufbau. Mehrere Anzugsversuche sind vergebens. Also Dreck schaufeln und weitere Steine einfüllen. Mit durchdrehenden Rädern und schleifender Kupplung bekommen wir das Fahrzeug wieder flott. Als Erinnerung gibt es eine kleine Beule hinten links oben, da beim Befestigen der Schaufel auf dem Dach meines Fahrzeuges dieses losläuft und gegen Pit´s frisch geborgenen Hano stößt.
Die erste Furt ist nur 40cm tief und etwa 30m breit. Das anschließende Lavafeld mit vielen größeren und kleineren Lavaplatten sowie Einbrüchen und Höhlen ist fast vollständig mit Moos bewachsen. Die Piste ist gut aufgefüllt, so daß Höchstgeschwindigkeit möglich ist. Nach 10 Stunden Fahrzeit haben wir den Parkplatz bei den Surtshellir Lavahöhlen erreicht und eine Tagesleistung von 34km hinter uns gebracht.
     24. Juli 1999
Wir gehen kurz zu den Höhlen und kraxeln unter der Höhlendecke bis zum ersten großen Einsturzloch. Zurück an der Oberfläche laufen wir einen weiteren Einsturz ab. Es ist nebelig und bei 8°C fällt Luftfeuchte aus. Das Lavafeld erstreckt sich bis kurz vor Husafell. Dort trifft man auf einen ausgedehnten Wald aus niedrigen Birken. Ein Durchschnittsverbrauch von 26l hat ein erneutes Tanken notwendig gemacht.
Die Kaldidalur Piste ist breit angelegt, aber von den umliegenden Bergen Ok und Thorisjökull ist durch den Nebel noch nicht viel zu sehen. Wir biegen von der Kaldidalur ab auf die Strommastenpiste, die südlich des Langjökull durch Lava und Sandfelder führt. Am Hlödufell biegen wir erneut rechts ab und umrunden den Berg auf der Ostseite. Eine wunderschöne Piste zwischen Bergen, Lavafeldern, Tiefsand, Steigungen, Tälern und einigen Steilstücken mit spektakulären Schrägstellungen schließt sich an.
Gegen Ende erklimmt man im Schneckentempo einen Aussichtspunkt mit Blick in die etwa 500m tiefer liegende Ebene. Der Abstieg nach Laugarvatn geschieht teilweise im ersten Gang, da sonst das Fahrzeug zu schnell wird. Auf dem Campingplatz bilden wir eine Wagenburg mit Feuerstelle in der Mitte. Zuerst muß am Hano jedoch ein losgerütteltes Kabel am Anlasser neu befestigt werden.
Die Isländer laufen fast alle mit „Pullen bewaffnet” über den Platz und genießen das Wochenende. Rotglühende Wolken verzieren den Abendhimmel und Gletscherfernsicht mit Hekla ist angesagt.
     25. Juli 1999
8 Uhr und perfekt blauer Himmel in Laugarvatn. Wir umfahren den Thingvallavatn auf der Südseite und erreichen kurz hinter Selfoss die Ringstrasse. Am Anstieg zur Hellisheidi bei Hveragerdi kommt die „gnadenlose Hanopower” zum Einsatz- zweiter Gang und Schneckentempo.
Der Hagkaup Supermarkt in Reykjavik ist geöffnet und das Angebot ist hervorragend. Um 15.30 Uhr hole ich Brit am Flughafen Keflavik ab. Dort herrscht mal wieder Rush Hour, denn Flugzeuge aus allen Ecken Europas landen und bringen neue Touris ins Land.
Wir versuchen in die blaue Lagune zu kommen, aber die völlig neu angelegte Attraktion inmitten der Lava ist völlig überlaufen. Ein Bus nach dem anderen kommt an. 600iKr für eine Stunde ist ebenfalls „sehr günstig”. Wir verziehen uns auf den Mini-Campingplatz in Grindavik und machen wieder mal einen irischen Grillabend mit Paddy und Guinness.
     26. Juli 1999
Boxenstop. An allen vier Hanomags werden „vorsorgliche Wartungsarbeiten” durchgeführt. Es sieht kurzfristig aus wie in einer richtigen Schrauberwerkstatt. Mein Hano erhält bei dieser Gelegenheit zwei neue Keilriemen für das Roots-Gebläse, da die alten etwas an Zahnlosigkeit gelitten haben. Anschließend bietet sich das 200m entfernte Schwimmbad an. Für 200iKr sitze ich meine Zeit in den zwei Hotpots ab. Der kältere hat einen zusätzlichen „Uwe Jetstream”, der dich fast aus dem Becken bläst.
Nun ist es aber Zeit ein paar Kilometer zu machen. Strasse 427- eine Rüttelpiste durch endlose Lavafelder, vorbei am Heißwassergebiet Krisuvik, Strasse 42/43 entlang der Küste bis außerhalb von Stokkseyri. Direkt an der Strasse und abgetrennt durch eine Lavamauer vom Zugang zum Meer sitzen wir auf einer Holzbank und grillen.
     27. Juli 1999
Wir folgen kleinen Strassen entlang der Küste und erreichen schließlich die Ringstrasse kurz vor der Tjorsabrücke. In Hella wird getankt, eingekauft und die Post aufgesucht. Danach geht es noch etwas weiter bis in die Thorsmörk.
Flüsschen reiht sich an Flüsschen. Plötzlich stoppt Uwe und fährt zurück, da er sein vorderes Nummernschild verloren hat. Nach dem obligatorischen Besuch am kleinen Eissee vor dem Gletscher passieren wir im Formationsflug die Krossa vor dem Campingplatz. Nach der Durchsicht des Albums mit versenkten Autos brechen wir erneut auf und kreuzen die Krossa ins benachbarte Tal. Dort stellen wir uns vor den Wall an der Markerfljöt. Hinter uns leuchtet der Gletscher und ein kleines Birkenwäldchen mit vielen gelben und blauen Blumen bildet den Kontrast.

Querung der Krossa in der Thorsmörk
Crossing river Krossa at Thorsmörk
     28. Juli 1999
Wir brechen die Zelte ab und fahren aus der Thorsmörk heraus. Miniodinshühnchen rennen durch das Gras und bremsen die Hanos. Nach kurzem Ringstrassenkontakt kommen wir auf die gegenüberliegende Seite der Markerfljöt. Entlang des Flusses passieren wir ein erstes Gewässer.
Das markanteste Wegzeichen in dieser Gegend ist Einhyrningur- der Einhornberg. Die Markarfljötsgljufur ist die größte Schlucht Islands und vom Aussichtspunkt wirklich sehr imposant. Ständig ist man umgeben von Gletschern und Bergen.
Der Fluß wird an einer Hütte per Brücke überspannt. Wir nehmen die rechte Piste bis Hvanngilskrokur. Die Strecke ist heftig befahren von Bussen und Unmengen Wanderer bevölkern die Landschaft.
An der Furt bei Hvanngilskrokur biegen wir ab zum Alftavatn. Der See glänzt silbern in der ununterbrochen scheinenden Sonne. Das Thermometer klettert auf über 30°C in der „erbarmungslosen” Sonne.
Kurz vor dem Laufafell ist ein Fluss und eine längere Flusspassage auf der Piste zu durchfahren. Nach dem Laufafell ist die Abzweigung zum Hrafntinnusker erreicht. Ich nehme diesen Weg und der Rest fährt den Kringel linksherum.
Steigungen und Wasser sind problemlos. Auch ein erstes Schneefeld kann nach einigen Versuchen „rückwärts” überquert werden. Nach den ersten Solfataren folgt ein weiteres bergauf liegendes Schneefeld. Hier werden wir gestoppt und drehen um. Wieder zurück an der Kreuzung kommen wir zuerst an eine Hütte und umfahren dann das nächste Schneefeld am Hang eines Berges.
Zwischenzeitlich steht die Sonne extrem tief und die Sicht geht gegen Null, da wir immer ins Licht fahren. Nach einem schönen Lavafeld ist der Landmannaleid erreicht. Der Vollmond steht am Himmel und spiegelt sich im See kurz vor Landmannalaugar. Gegen 0.30 Uhr ist der Campingplatz in Sicht.

Vollmond um Mitternacht bei Landmannalaugar
Full moon at midnight at Landmannalaugar
     29. Juli 1999
Badetag in Landmannalaugar. Blauer, wolkenloser Himmel und es ist „waaaaarm”. Deshalb verziehe ich mich in das silbern in der Sonne liegende „Sitzbecken”. Die Temperaturschichtung im Pool geht von heiß bis kalt. Nach mehr als zwei Stunden bin ich gar genug.
In der Einfahrt zum Campingplatz wird wieder mal ein Fahrzeug versenkt und am späteren Abend mit Abschleppwagen abgeholt. Bei Sonnenuntergang färben sich die Berge in typische Landmannalaugarfarben. Der Bergforellenladen ist umgezogen und residiert nun nicht mehr in einem Hano, sondern in einem alten Amibus. Zum Tagesabschluß gibt es mit Draht in Stücke geschnittene Williamsbirne mit Apfelsaft.
     30. Juli 1999
Der Auszug der Hanos aus Landmannalaugar wird vielfach auf Film und Video gebannt. Durch Berge und Täler erreichen wir den Aussichtspunkt auf die Eldgjaspalte. Kurz darauf passiert man die Einfahrt in die Eldgja, die wir auch links liegen lassen. Dafür furten wir zwei Flüsse, die den Anfang zur Auffahrt auf den Rand der Vulkanspalte darstellen.
Von zwei Aussichtspunkten schaut man frontal auf den an der gegenüberliegenden Talseite herabstürzenden Öfarufoss. Das Ende des Weges ist mit Gjatindur 8km ausgeschildert. Auf dem Hochplateau hat man einen guten Blick auf die vielen Flüsse im Tal und die Laki Kraterreihe.
Wir fahren heraus auf die Ringstrasse und 5km vor Kirkjubaerklaustur bleibt der Hanomag mangels Diesel stehen, obwohl die Tankuhr noch „reichlich” Inhalt anzeigt. Wir nehmen die Einfahrt zur Laki, wobei es immer wolkiger und nebeliger wird. Am Fagrifossparkplatz bleiben wir endgültig stehen. Es ist ein schöner, breit auffächernder Wasserfall mit mehreren Wasserrinnen. Vor dem Wasserfall steht eine Art Basaltmauer, die das abfließende Wasser durchbrochen hat. Fast horizontal liegende Basaltsäulen unter der Wasseroberfläche, Quellen am Bergfuß und im Fluß, sowie ein dunkler, tiefer Tümpel befinden sich in der Schlucht. Der Ab- und Wiederaufstieg- teilweise im schnell heraufziehenden Nebel- ist aber durchaus lohnenswert.
     31. Juli 1999

Der gespenstische Nachtnebel am Wasserfall hat sich nicht verzogen. Deshalb wird die Laki abermals mangels Licht aus dem Programm gestrichen. Wir passieren die angrenzende Furt und biegen nach etwa 8km auf die nach rechts führende Strommastenpiste ab.
Im Nebel fahren wir durch grüne Sumpflandschaft. Kurz vor einer relativ breiten Furt führt ein weiterer Abzweig links durch zwei Gatter in die Heide. Eine leicht matschige Piste verläuft „kilometerlang” im Red River- sprich roten Fluss. Wir bewältigen einige Erosionsrinnen, Auswaschungen und Löcher. Schließlich stehen wir oberhalb des Gehöfts Skaftardalur und holpern dort talwärts. Der Weg führt durch die Farm und der Besitzer ist verwundert, so viele Fahrzeuge aus dieser Richtung kommen zu sehen.
Nach der Farm wird die mächtig breite Skafta durch zwei Brücken überspannt. An den Außenspiegeln ist an der ersten Brücke weniger als 10cm Platz. Die F22 bringt uns zur Mittagspause in die Eldgja und weiter bis kurz vor Landmannalaugar.
Die anschließende Sandpiste bis zum Sigalda Kraftwerk ist sehr gut zu befahren. Uwe´s Ducato hat noch einen geplatzten Reifen und Jürgen bemerkt erheblichen Wasserverlust am Motor- Vermutung Zylinderkopfdichtung. Wir übernachten in einem Aschefeld kurz vor einem kleinen Canyon mit tiefer, blauer Lagune.

     1. August 1999
Ich will nach Jökulheimar und der Rest der Gang fährt direkt nach Laugafell. Am Abzweig sind es 54km. Der Weg führt durch endlosen, schwarzen Sand und das Fahren ist „nahezu geräuschlos”. Doch plötzlich - „brrrrrrrr”- Geräusche wie von einem Panzer. Das vordere Stück Auspuff liegt hinter uns auf der Piste. Eine Dose Mexiko Eintopf wird präpariert und als Verbindungsstück eingesetzt. Ein zusätzlicher Kupferdraht sichert die Konstruktion und schon geht es weiter.
Nach den Jökulheimar Hütten kommt eine Wetterstation und dann endet der erkennbare Weg an den Endmoränen des Gletschers. Der Rückweg ist problemlos bis zur Selfoss Kreuzung. Dort irren wir eine Stunde umher, um dann mit Hilfe eines Isländers über Veidivötn auf die Hauptstrasse zurückzufinden.
Nordwärts zieht der Hanomag- aber nur für etwa 5km. Ein fürchterlicher Schlag unter dem Fahrzeugboden. Wo ist das Getriebe? An Ort und Stelle- aber der Kardan ist am Getriebeausgang abgefallen. Eine mehrstündige Befestigungsaktion schließt sich an, wobei alle verfügbaren Reserveschrauben eingesetzt werden.
Völlig abgekämpft fahren wir noch bis zur Tankstelle Versalir, wo wir gegen 23.15 Uhr ankommen.
     2. August 1999
Ein kurzer Anruf in Laugafell teilt dem Rest des Teams mit, daß Hano Nr. 4 auf dem Weg dorthin ist.
Die Sprengisandur scheppert wie üblich fürchterlich. So vorsichtig wie nur irgendwie möglich schleichen wir nordwärts. Entgegenkommende Fahrzeuge teilen uns mit, daß der Konvoi in Laugafell wartet.
Von dort sind es noch 80km bis Akureyri. Das Eyjafjardardalur liegt im völligen Nebel. Auf steiniger Piste und in Serpentinen „quälen” wir die Fahrzeuge nach unten. Überall kann man Grün erahnen und sehr viel Wasser fließt die Berge herunter. Was für ein schönes Tal- wenn man es sehen könnte.
In Akureyri stehen wir an der Ringstrasse durch den Fjord direkt am Wasser. Noch ahnt es keiner- unsere neue Heimat Akureyri East Beach. Der Hano-Pub ist geöffnet und es wird sehr spät.
     3. August 1999
Ruhetag in Akureyri. Die Ankunft einer neuen Zylinderkopfdichtung für Jürgen ist noch ungewiß. Wir schlendern durch die Stadt und finden dabei den einen und anderen Laden für Ersatzreifen, Lager und Werkzeug. Die meisten von uns benötigten Teile treffen gemäß Auskunft der Isländer „morgen” ein.
Am späteren Nachmittag unternehmen wir noch eine Spritztour mit zwei Hanos nach Grenivik ins dortige Schwimmbad. Der Hotpot über dem Fjord sprudelt gewaltig und nach kurzer Zeit ist man völlig groggy.
     4. August 1999
Reparatur- und Wartungstag in Akureyri. Wir besuchen den einzigen Hanobesitzer in Akureyri, aber sein Hano steht mit defektem Verteilergetriebe zur Zeit auf der Gasavatnaleid und wird demnächst repariert.
Auf dem Parkplatz am Fjord wird die erste Hanomagwerkstatt in Island eröffnet. Zylinderköpfe werden abgebaut, Lager gewechselt, Kardans befestigt und und und. Die ausstehende Kopfdichtung trifft voraussichtlich morgen ein.
     5. August 1999
Noch ein Ruhetag in Akureyri. Die Zylinderkopfdichtung für Jürgens Hano ist wohl noch per Sammeltransport in Kopenhagen. So müssen wir einen weiteren Tag und Abend am Fjordpub „Ballermann 7, Akureyri East Beach” verbringen.
     6. August 1999
Wir verlassen für einen Tagesausflug Akureyri. Der Nebel am Fjord zieht langsam nach oben. Bei Laufas steht ein altes Torfgehöft zur Besichtigung und kurz vor Grenivik biegt eine Piste nach Hvalvatnsfjördur ab.
Ein Hochtal schlängelt sich auf maximal 350m Höhe zwischen den reichlich schneebedeckten Bergen hindurch. Grüne „Buschlandschaft”, viele kleine Flüsse und hellgrüne Moospolster geben gute Fotomotive ab. Kurz nach der Passhöhe stehen Hütten und eine kleine Schlucht ist mit einer Brücke überspannt. Durchfahrt erlaubt- nein das Fahrzeug ist zu breit. Spiegel abschrauben und durch.
Auf Meereshöhe liegt eine Sumpflandschaft mit Flussgewirr und einem See, der unmittelbar vor der Strandpromenade endet. Ein Sand- Gras- Kieshügel trennt den See von einer halbkreisförmigen Meeresbucht. Mächtige Holzstämme liegen auf dem Strand. Die Wellen spülen weiße und gescheckte Steine an Land- und es bricht wieder mal die Sammelleidenschaft durch. Nach einem Kaffee auf dem Ocean Boulevard fahren wir zurück um nicht von den heraufziehenden Wolken eingeholt zu werden. Das Schwimmbad in Grenivik ist noch ein Stündchen offen und der Sprudler sprudelt kräftig.
     7. August 1999
Torfaera oder Formula Offroad in den Hügeln von Akureyri. Gegen 11 Uhr startet das Warmlaufen in einer Sandgrube oberhalb der Stadt. Dazu wird ein kleiner Hang mit laschen 45° Schräge benutzt. Cool, Arctic Truck und Nordekk zählen zu den Besten. An den eigentlichen acht Sektionen wird von den Fahrern reichlich „Schrott produziert” und es gibt auch für die Isländer unüberwindliche Stellen- wenn auch nur wenige. Die meisten Sektionen sind jedoch kein Problem für die PS strotzenden Fahrmaschinen mit zusätzlicher Nitroeinspritzung.
Eine der Steigungen killt einen Chevy V8 da wohl der Gaszug hängen bleibt und einen kapitalen Motorplatzer provoziert.
Das ganze Geschehen wird von mindestens vier Kameras aufgenommen. Jeder spektakuläre Überschlag und jede Sondereinlage wird vom Publikum mit Applaus bedacht. Keine Sektion ist jedoch so schwer, daß ein daraus resultierender Materialschaden nicht bis zur nächsten Prüfung behoben ist und das vormals demolierte Fahrzeug wieder einsatzbereit am Start steht.
Das abschließende Zeitrennen durch die ganze Sandgrube zeigt die gnadenlose Power der Rennwagen auf der Zielgeraden, denn dort verlieren mehrere Piloten ein Rad oder schlagen nach Vorwärtssalto fast im Zielhang ein. Die ganze Veranstaltung gewinnt schließlich Gisli Gunnar Jonsson auf Arctic Truck. Nach der Siegerehrung in Profimanier wird im Fahrerlager schnell zusammengepackt und der gesammelte Schrott des Tages verladen. Einfach genial.

Formula Offroad in Akureyri
     8. August 1999
Es ist unglaublich- wir verlassen Akureyri Beach. Wir das heißt Pit und ich- also vorläufig nur zwei Hanos. Uwe, Lutz und natürlich Jürgen bleiben und warten auf die Kopfdichtung.
Grenivik und dann ein schönes Flusstal mit Baumbestand sind die nächsten Stationen. Die Ringstrasse führt am sonnenbeschienenen Godafoss vorbei. Dort feiert Pit´s Hano Jubiläum mit 99999km auf dem Tacho.
Am Myvatn stoppen wir am kleinen Park am See und durch einen Birkenhain erreichen wir das Seeufer. Ein unüberhörbares Summen liegt in der Luft. Regelrechte Wolken von Mücken stürzen sich auf alles, was sich bewegt. Kein freies Körperteil und keine Öffnung bleibt von den Biestern verschont. Nur gut, daß sie nur lästig sind und nicht auch noch stechen.
An der Grotagja Grotte und am Solfatarenfeld Namaskard treffen sich die Touristenscharen. An der Hrossaborg zweigen wir ab in Richtung Askja. Wellblech ohne Ende wird abgelöst von Sandstücken und dicken Lavafeldern. Die Jökulsa führt noch immer sehr viel Wasser und man erkennt den kurzzeitig erhöhten Wasserstand des kürzlichen Gletscherlaufes an vielen Bimsablagerungen.
Nach dem Vikursandur bleiben wir vor der Brücke etwa 5m außerhalb der Spur stehen. Nach einem kitschig roten Sonnenuntergang sitzen wir im Hano. Gegen 23 Uhr kommt der „Warden” und erklärt, daß dieser Platz noch immer Naturschutzgebiet ist. In einer Nachtfahrt müssen wir bis über die Kreppabrücke fahren. Dort ist auf großen Lavaplatten endgültig Schluß mit der Fahrerei.
     9. August 1999
Die Nacht auf den Lavaplatten war von dem ständigen Rauschen der Kreppa begleitet. Wir haben blauen Himmel und das zurückgegangene Wasser des Gletscherlaufes hat viele Motive zurückgelassen. Metertiefe Sandauswaschungen, Minisandornamente, Wassertümpel und kleine Seen sind neu entstanden.
Wir fahren einige Kilometer zurück, bis wir uns zwischen Kreppa und Jökulsa befinden. In diesem Gebiet sieht man besonders viele Sandauswaschungen und die beiden Flüsse scheinen sich beim Gletscherlauf kurzzeitig zu einem großen Strom vereinigt zu haben.
Das kleine Tal unmittelbar hinter der Kreppabrücke wird nun von der Piste auf dem rechten Talrand umgangen, da das Tal selbst noch immer mit einem matschigen Bimssee gefüllt ist. Der Rest der Strecke läuft gemäß Karte und zwar immer durch Sand, Lava und leichtes Geröll. Die Tankstelle bei Bru ist zugedeckt und das Gebäude abgebaut.
Pit fährt in Richtung Ringstrasse um anzurufen, was die Kopfdichtung in Akureyri macht. Der rechtsseitige Weg zum warmen Wasserfall ist wie immer etwas holprig. Pit holt uns wieder ein und wir entern das Tal mit der warmen Baderinne unter der Grasnarbe. Stundenlang sitzen wir im angenehm warmen Wasser und kurz vor 20 Uhr trifft der Rest unseres Konvois ein, so daß wir wieder komplett sind.

Natürliches, warmes Bad im Freien
Natural warm open air pool
     10. August 1999
Ein Bad in der Erdrinne am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen. Es fängt leicht zu nieseln an und deshalb herrscht Aufbruchstimmung im Camp. Wir nehmen den gegenüberliegenden Hang in Angriff. Im ersten Gang mit Untersetzung kriechen die Hanos problemlos nach oben. Auf diesem Talrand fährt es sich wesentlich einfacher als auf der anderen Seite.
Bei Hrafnkelsdalur kriechen wir wiederum im ersten Gang auf die Hochebene um in Richtung Snaefall zu fahren. Wir passieren die kleine Stichstrasse zum Slaedufoss, wo am Ende ein kleines, rundes Warmwasserbecken angelegt wurde. Das Wasser ist mittelmäßig warm, aber sonst ganz passabel.
Die F910 ist sehr holprig und führt an vielen kleinen Seen- teilweise mit Schwänen- vorbei. Beim Abstieg ins Tal verliert man etwa 500 Höhenmeter. Am milchigen Lagerfljöt biegen wir auf die Ringstrasse ab und kommen in Serpentinen in das breite Breidalur mit schönen Bergformationen auf beiden Seiten des Tales.
Kurz vor Breiddalsvik geht die Strasse durch den Fjord und wir finden am Leuchtturm Streitishvarf einen guten Platz direkt am Meer. Pit gibt einen weiteren, kostenlosen Reifenreparaturkurs- ansonsten blinkt der Leuchtturm mit den Sternen am dunklen Nachthimmel um die Wette
     11. August 1999
Fjordeinwärts, fjordauswärts. Etwas mühsam und ohne großen Streckengewinn bewegt man sich an diesem Küstenabschnitt. Wolken verdecken den oberen Teil der geschichtet abgestuften „Pfannkuchenberge”.
Im Meer bei Hvalsnes verlieren sich dieses Jahr ganze acht Schwäne und auf der Halbinsel mit Radarstation kurz vor Höfn stoppen wir bei dem alten, zerfallenen und unbewohnten Gehöft vor imposanter Bergkulisse. Sämtliche Räume sind begehbar und eröffnen durch die scheibenlosen Fenster schöne Perspektiven.
Nach Höfn schließt sich der überlaufene Eissee Jökulsarlon an. Unmengen Seeschwalben bevölkern die vielen in der Sonne glänzenden Eisberge. Ein „tausendjähriger” Minieisberg wird eingefangen und im Hano zwischengelagert. Über uns ist die Wetterscheide von hell nach dunkel. Im Skaftafell Nationalpark klart es wieder auf und wir grillen und „vernichten” Teile des Eises in diversen Getränken.
     12. August 1999
Hochgeschwindigkeitsringstrassenverfolgungsrennen mit vier Hanos unterbrochen durch kurze Boxenstops am wieder einmal regenbogenlosen Skogarfoss und in Hella.
Im Kringlan in Reykjavik werden noch kleinere Einkäufe erledigt und dann treffen wir uns alle zum Finale in Grindavik Campsite.
     13. / 14. August 1999

Brits Flieger geht recht früh und es herrscht Hochbetrieb auf dem Flughafen Keflavik. Ein isländischer Polizist begutachtet alle Fahrzeuge auf dem Flughafenparkplatz. Ein GMC wird gar abgeschleppt. Nach dem Einchecken unseres Gepäcks steht eben dieser Polizist bei unseren Fahrzeugen und verpasst Pit einen Strafzettel über 1000 IKr wegen „Falschparkens”.

Zurück in Reykjavik machen wir uns auf in Richtung Hafen. Etwa 1 km vorher verfranse ich mich leicht- setze zurück- und demoliere dabei einen direkt hinter mir im toten Bereich stehenden Mercedes. Die Unfallaufnahme durch die Polizei geschieht sehr unbürokratisch.

Die Fahrzeuge werden am Gate 2 abgegeben und wir fahren mit dem Bus in die Stadtmitte. Im Dubliner verbringen wir die letzten Stunden bis der Flybus zum Flughafen fährt und wir übermüdet den Nachtflug nach Düsseldorf besteigen. Am frühen Morgen erreichen wir das regnerische Deutschland und gegen 14 Uhr Neuhaus.  

 

24.12.2003