Winter 2009

Mietwagentour

Rental car tour

Wintertour im "Billigurlaubsland"

Ganz so ist es nicht- Island hat noch immer seinen Preis. Im Vergleich zum Winter 2002 war es jedoch fast sommerlich warm.

     8. Januar 2009

Der Flieger ist nur mäßig besetzt und bis zum Abflug um 14 Uhr hat sich der Bodennebel verzogen und wir starten aus der deutschen Eiseskälte in das schnuckelig warme Island. Da stimmt doch etwas nicht. Pünktlich gegen 16.15 Uhr isländischer Zeit landen wir im eher regnerischen Keflavik. Nach längerem Formalismus erhalte ich einen Subaru Legacy als Mietwagen und nach einigem Umherirren  finden wir in stockfinsterer Nacht auch die Juhe in Njardvik. 

     9. Januar 2009

Unglaublich, aber es wird wirklich erst gegen 11 Uhr hell. Ein Eisschauer mit dicken Schneeflocken verzögert die Abfahrt etwas, da zuerst die Frontscheibe eisfrei gemacht werden muß. Die Strasse nach Hafnir ist eisglatt und wenig befahren. Im Sturm stehen wir beim Leuchtturm Reykjanesviti. Der Himmel reißt etwas auf, aber der Sturm vom Meer hält an. Die Lavafelder sind leicht mit Schnee überzogen. 

In Grindavik liegen zwei Schiffe in der kurzzeitig grell scheinenden Sonne. Nun ist es nicht mehr weit bis zur blauen Lagune. Nur wenig Badegäste haben sich hierher verirrt. Für schlappe 8000 IKr wird für zwei Personen der Eintritt gewährt. Ist man erst mal in der milchigblauen Brühe angelangt, so ist es recht angenehm warm. In der Mitte der Anlage befindet sich der wärmste Punkt. Viele schlammverkrustete Touris- inklusive uns- waten oder schwimmen durch das salzige Naß. 

Eine Unachtsamkeit und die kleine Kamera macht kurz Bekanntschaft mit dem Wasser. Bildausfall....Sch....Na gut dann eben Dampfbad und Sauna und Dampfbad und Dampfbad und Dampfgrotte. Es wird bereits wiedeer dunkel und der Vollmond steht über der Lagune.

Nachdem ich endlich meine Jeans aus dem Schließfach befreit habe, zuckeln wir im Dunkeln zurück nach Njardvik. Sämtliche Heizkörper werden mit Handtüchern und Badeklamotten bzw. einer gewässerten Digitalkamera belegt.

 

Leuchtturm Reykjanesviti

Lighthouse Reykjanesviti

 

Fels in der Brandung

Solid as a rock

 

Haus in Grindavik

House in Grindavik

     10. Januar 2009

Die Nacht war extrem vom Sturm geprägt und ziemlich regnerisch. Morgens ist es jedoch fast frühlingshaft warm. Wir zuckeln mit dem etwas leistungsschwachen Subaru nach Reykjavik. Der Klapperstigur Parkplatz ist noch immer gebührenfrei. Die Hallgrimskirche ist eingerüstet und so marschieren wir mit noch einigen anderen Touris in Richtung Hafen. Der Flohmarkt hat geöffnet und es riecht streng nach Trockenfisch. Vorbei an der Walfangflotte erreicht man die Mole. Im Hintergrund werden die schneebedeckten Berge von der Sonne beschienen. Das kleine Fischrestaurant bietet noch immer Spiesschen und gute Fischsuppe. 

Auf der Perlan blickt man in die bereits fast wieder untergehende Sonne und den künstlichen Geysir mit Flugzeugbegleitung. Nun ist es bereits wieder Zeit zum Baden. Von der Juhe ist es nur ein Katzensprung bis in das heisse Wasser. Zum Badetag trifft man sich hier auch mit Einheimischen und Touris. Drei Stunden im Dampfbad und in den 38°, 40°, 42° und 44° warmen Hot Pots schlauchen schwer.

 

Hafen Reykjavik

Harbour Reykjavik

 

Aussicht an der Perlan

View from Perlan

     11. Januar 2009

Der Schnee auf der Hellisheidi ist das Ziel. Dort biege ich etwa 1km auf die Piste ins Blafjöll ab. Diese ist stark vereist und ich traue dem Subaru nicht so richtig. Die Berge sind verschneit und es herrscht fast einheitliches Weiß. Oben haben wir -3°C.

Ein kurzer Abstecher nach Hveragerdi und der Rückweg auf der 38/39 schließen sich an. Auch hier ist auf wenigen hundert Höhenmetern alles winterlich. Das Moos ist steif gefroren und knirscht unter jedem Schritt. 

Nach einem weiteren Walfischspiesschen am Hafen reicht es noch für etwa 1,5 Stunden im Schwimmbad, das bereits um 20 Uhr schließt.

 

Verschneite Hellisheidi

Snow on Hellisheidi

 

Skulptur am Hafen

Sculpture at the harbour

 

Hafenstimmung

Harbour atmosphere

     12. Januar 2009

Kurz hinter Mosfellsbaer biegt die 36 in Richtung Thingvellir ab und sofort sind die Berge verschneit. Der Schnee liegt nicht hoch, aber er macht sich prächtig im Kontrast zum blauen Himmel. Die Strecke ist kaum befahren, außer von ein paar Mietwagentouris.

Am Ofaerufoss prasselt das Wasser nach unten und in der näheren Umgebung ist alles mit zentimeterdickem Eis überzogen. Der Fluss ist teils oberflächlich vereist, aber beim Begehen bricht man schnell ins fliessende Wasser ein. Die Lavaspalte ist aus diesem Grund hier auch schwer zu Begehen.

An der kleinen Kirche knallt die Sonne voll vom Himmel und in den davorliegenden Wasserspalten glänzen tausende Geldstücke. Der Weg um den See gestaltet sich zu einer Fotoorgie. Krüppelbirken vor Schneekulisse, Schneeberge und verschneite Landschaften glitzern um die Wette. 

Die Direktverbindung nach Laugarvatn ist eigentlich gesperrt. Da aber gerade ein PKW aus dieser Richtung kommt, biege ich auch dorthin ab. Eine vereiste Piste ohne größere Hindernisse ist super zu fahren. Wir passieren Schneelandschaften pur. 

Am Ende kommt man nach Laugarvatn und zur Juhe an der Hauptstrasse. Das Schwimmbad hat bis 20 Uhr geöffnet und so starrt man aus der heißen Brühe in den sternenklaren Himmel.

 

Sunrise

Sonnenaufgang

 

Ofaerufoss

Ofaerufoss

 

Bei Thingvellir

At Thingvellir

     13. Januar 2009

Die Temperaturen haben in den Minusbereich gedreht und der Geysir naht. Auf dem Weg dorthin stehen viele Islandpferde mit dem Arsch im Wind. In gleicher Weise tun es eine Schar Touristen am Geysir in Erwartung einer Eruption. Der Himmel ist grau verhangen und so bringt nur der Blitz etwas Farbe ins Geschehen. Beim Warten zwischen den Ausbrüchen friert man fast am Boden fest, aber was macht man nicht alles für ein gutes Bild.

Am Gullfoss zieht die Gischt wie immer in Richtung Parkplatz. Dort ist der Boden, Steinhaufen, Sitzbänke, Absperrseile und der Grasboden dick vereist. Bei diesem Anblick kommt man schon fast ins Zittern. Nur wenige Besucher verirrt es bis an den Gullfoss selbst. Der Abstieg am Absperrseil entlang ist etwas mühsam, da sehr glatt. Mächtig donnert das Wasser in die Schlucht und hat an der gegegenüberliegenden Seite bereits bizarre Eisgebilde produziert. 

Leider zeigt sich die Sonne überhaupt nicht und so stoppen wir nochmals auf drei Ausbrüche am Geysir, bis es wieder zurück nach Laugarvatn geht. Dort kämpft man mit einem Wasserrohrbruch, der die Versorgung der ganzen Gemeinde inklusive Schwimmbad lahmlegt. Mit etwas Verspätung reicht es doch noch für ein Bad mit leichtem Schneefall.

 

Expeditionsfahrzeuge

Expedition vehicles

 

Ausbruch des Strokkur

Eruption of Strokkur

 

Am Gullfoss

At Gullfoss

 

Eiszapfen

Icicles

     14. Januar 2009

Das Auto ist schneebedeckt und wir fahren nochmals auf drei Ausbrüche an den Geysir. Danach geht es durch das weiße Inland in Richtung Selfoss. Bei Hveragerdi biegen wir ab zur Küste in Richtung Grindavik. Es beginnt stark zu schneien und die ganze Landschaft ist fast konturlos. Die einzige Orientierung sind die gelben Straßenbegrenzungen. Ich fahre fast nur noch Schritttempo. Immer tiefer wird der Neuschnee. Nur die bizarren Lavafelsen schauen teils heraus. Unglaublich, wie sich ein im Sommer harmloser Streckenabschnitt im Winter verwandeln kann. Als Fotomotiv taugt der Schnee allemal. 

In Grindavik geht es ein letztes Mal ins Schwimmbad und dann zur Juhe in Njardvik

 

Strokkur

Strokkur

 

Islandpferd

Icelandic horse

 

Auf der Küstenstrasse

On the coast road

     15. Januar 2009

Bereits um 5.30 Uhr gebe ich nach langer Suche des richtigen Parkplatzes den Mietwagen ab und gegen 8.00 Uhr fliegen wir mit reichlich Mitreisenden zurück nach Deutschland.

 

18.1.2009