2007

Hanomag vor Herdubreid

Hanomag in front of Herdubreid

Warnung!!! Bei Eimskip wird massiv geklaut!!!

Eine schöne Überraschung bei der Ankunft in Island. Mein Auto wurde ausgeräumt....und das war alles andere als ein Einzelfall.

     19. Juli 2007

Bereits kurz nach 9 Uhr erreiche ich nach zwei Stunden Fahrt Kelkheim. Mit Pit, Karin und Baumi verlassen wir mit etwas Verspätung gegen 14.40 Uhr das regnerische Frankfurt und fliegen innerhalb drei Stunden ins schöne, und angenehm warme Island. Touchdown ist um 15.47 isländischer Zeit.

Der Flughafen wurde massiv ausgebaut und man kennt sich kaum noch aus. Für 1500IKr bringt uns ein Taxi in die nahegelegene Juhe in Njardvik. Nach einem kurzen "Stadtrundgang " verziehen wir uns in den Aufenthaltsraum und trinken genüsslich unser Leichtbier.

 

Regen am Frankfurter Flughafen

Rain at Frankfurt airport

     20. Juli 2007

Mit Ohrstöpseln war die Nacht im Viererzimmer der Juhe einigermaßen erträglich. Um 5.30 Uhr klingelt der Wecker und wir marschieren zur Bushaltestelle. Der Bus entlässt uns oberhalb des Campingplatzes in Reykjavik und nach etwas "nordic walking" mit vollem Gepäck stehen wir auf dem Eimskipgelände. Abholpapiere fertigmachen und dann weiter zum etwa 1,5km entfernten Zoll. Auch dort Papiere ausfüllen. Ich erhalte den letzten Aufkleber. Pit und Baumi gehen leer aus. Lutz holt uns ab und wir fahren zurück zu Eimskip. Ein Telefonat und dann werden noch meine Autoschlüssel- vermutlich aus dem nicht abgeschlossenen Wagen geholt. Außen am Fahrzeug ist alles in Ordnung. Pit´s Spiegel ist gesplittert. 

Am Parkplatz des Campingplatzes wird zuerst Ordnung gemacht. Nanu? Ein Sixpack hinter dem Fahrersitz? Was soll das denn? Schnell bemerke ich, daß das ganze Fahrzeug durchstöbert wurde. Schranktüren sind unverriegelt. Die Abdeckungen in den Bettkästen umgeschlagen. Das Radio ist von rechts nach links gewandert und die elektronische Schieblehre sowie Batterien im Schrank fehlen. Ebenso einige Taschenlampen, die wir Ingo mitgebracht haben. Ich ärgere mich gerade schön, als Sigga und Alex vom nahen Campingplatz kommen. Lange unterhalten wir uns. Auch Ingo trifft ein und nimmt die verbliebenen Taschenlampen mit. 

Auf dem Weg nach Selfoss treffe ich die restlichen vier Fahrzeuge wieder. Die Hellisheide ist vernebelt und es regnet. Im Bonus in Selfoss ist Großkampfstimmung. Beim Einräumen des Gekauften stelle ich weitere Verluste fest. Alle rückwärtigen Schränke sind leer. Es stinkt mir. Nach dem Tanken fahren wir immer in Richtung Hekla. Zwischenzeitlich scheint die Sonne und so macht der Landmannaleid richtig Spaß. Berge und erste Flüsschen werden passiert. Der See kurz vor Landmannalaugar glänzt regelrecht in der Sonne. 

Dort angekommen dürfen wir nicht am Wall stehen, sondern auf halbem Weg zur Ausfahrt. In Reih und Glied wird geparkt. Nach und nach stellen sich weitere Verluste heraus. Polarlicht und Bier fehlen. Bei Uwe sind es einige Wurstkonserven. Sch....Das gibt garantiert ein "bees mehl" an Eimskip.

Etwas später kommt auch noch Markus und wir sind quasi wieder komplett. Es will keine richtige Stimmung aufkommen und alles verschwindet recht bald in den Fahrzeugen. Island hat uns wieder.

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Auf dem Weg nach Landmannalaugar

On the way to Landmannalaugar

     21. Juli 2007

Die Verlustliste wird immer länger. Zuerst bemerke ich den fehlenden Kaffee- also gibt es eben nur grünen Tee- den haben die Diebe verschmäht. Regenjacke, Hose, , Klappmesser, Fernglas sowie eine Tube scharfer Senf werden als nächstes aufnotiert. Brauchten sie wohl für Uwe´s Wurstkonserven.

Die Isländer mit dem F45 nehmen einen Brief von mir mit und sie werden ihn am Montag bei Eimskip abgeben. 

Nichtsdestotrotz starten Jürgen, Renate und ich zur großen Hausbergtour. Der Himmel reißt langsam auf und je höher wir kommen, um so besser wird die Fernsicht. Auf den Bergkämmen pfeift ein kühler Wind. In Serpentinen geht es durch ascheartiges Geröll nach oben. Auf dem Gipfel genießt man den Ausblick ins nächste Tal. In voller Farbenpracht stehen die Berge in der Sonne. Weitblick ist angesagt. Der Abstieg zur anderen Seite erfolgt durch ziemlich losen Sand mit Steinen vermischt. Noch ein kleiner Fluss und dann ist das mächtige, schwarze Lavafeld erreicht. Am Rande befindet sich ein kleines, dampendes Solfatarenfeld. Zwischen Berg und Lava führt der Weg zu einer großen Wollgraswiese. Bunte Berge als Motiv allenthalben. Der Rest des Weges erstreckt sich wieder durch das Lavafeld, bis man an den Hütten wieder den Abstieg ins Tal erreicht.

Am Hanomag scheint die Sonne gar heftig. Gegen 20.30 Uhr zieht es zu- es nieselt. Ein prächtiger Doppelregenbogen steht vor den Bergen. Schlagartig setzt heftiger Regen ein und wir haben eine kleine Seenlandschaft vor den Fahrzeugen.

 

Wollgras

Cotton gras

 

Berge in Landmannalaugar

Mountains in Landmannalaugar

     22. Juli 2007

Pit meint wir wandern flach in das Eselstal. Gut. Es geht links vorbei am Blahnukeraufstieg. Kaum daß wir etwas vom Auto entfernt sind, zieht es grau zu. Zuerst folgt Niesel und dann der übliche isländische Fisselregen. Wir retten uns in eine kleine Schneehöhle. Drinnen tropft es mehr als draußen. Auf dem Rückweg werden wir klatschnass. 

Es wird eine Plane zwischen den Autos gespannt. Auf Regen folgt Sonne, Regen, Sonne, Regen, Sonne.....Die Touribusse kommen und gehen. Am Abend gibt es wieder die guten isländischen Forellenfilets. Bei einem Deutschen mit isländischem Uraltleihjeep wird ein Bruch der Motorhalterung festgestellt. Daraus resultierend ein undichter Ölfilter und massive Ölpest im Motorraum. 

Es wird etwas gebechert und gegen 23 Uhr entschließen wir uns endlich ins Bad zu gehen. In großem Bogen wird der heiße Wassereinfluss gemieden. Man könnte sich sonst ja den Arsch verbrennen. Auch hier kreiselt eine Flasche "Rasierwasser". Gegen 1.15 Uhr verlassen wir das Bad, um bei Lutz noch einen Absacker zu nehmen.

Hanomagtreffen

Hanomag meeting

     23. Juli 2007

Gegen 11 Uhr kommen wir los, nachdem Wasser gefasst und der Müll entsorgt wurde. Die Piste führt grob nördlich und parallel zum Landmannaleid entlang. Im Fisselregen fahren wir auf recht guter Sandpiste. Eine Diagonalverbindung bringt uns schließlich zum großen Kraterloch Valagja. Mein vorderes, linkes Rad läuft heiß und geschmolzenes Fett dringt aus der zentralen Schraube.

Ein paar Kilometer weiter verabschiedet sich Uwe und wir erklimmen die Hekla. Es regnet. Immer höher hinaus und hinein in den Nebel führt die Piste. Diese wird immer steiler und langsam verschwindet die Sicht komplett. An einem steilen Kamm brechen wir ab und drehen um. Das Rad quietscht etwas und wird noch immer heiß. 

Nach einer halben Heklaumrundung bleiben wir vor einem großen, bizarren Lavafeld stehen und der "Hanoservice" beginnt. Lutz Auspuff. Jürgen Bremsdruck. Bei mir stellen sich schnell die Radlager als Übeltäter heraus. Aufbocken, Rad ab, Nabe ab. Kurzzeitig versinkt die Achse im Sand. Nochmaliges Aufbocken,  Restlager ausziehen, säubern und wieder zusammenbauen. Die Radlagerumgebung ist ziemlich zerdengelt und die Sicherungsmuttern sind nur noch mit dem Meissel zu befestigen. Nach etwa vier Stunden steht der Hano wieder auf den eigenen vier Rädern. 

Ein kurzer Pubabend bei Lutz beschließt den Tag.

 

Abgesackte Vorderachse bei Wechsel der Radlager

Sunken front axle during change of wheel bearings

     24. Juli 2007

Die Nacht war ruhig und kühl. Wir müssen zuerst etwas zurückfahren, um den Abzweig zur Krakatindurpiste zu erreichen. Durch schwarzen Sand und ein Lavafeld hoppeln wir auf den unteren Halbkreis der Piste um das Raudufossafjöll. Trotz gelegentlicher Orientierungsschwierigkeiten erreichen wir den südlichsten Punkt und das Hinweisschild nach Hrafntinnusker. Der Weg führt immer bergauf und es ist überraschend viel Gegenverkehr. Das heißt aber auch, daß die Piste befahrbar ist. Der schmierige Aufstieg am dampfenden Solfatarenfeld ist kaum mehr zu erkennen. Hergerichtet ist er und somit problemlos zu befahren. Die Schlammlöcher am Hang blubbern vor sich hin- was sollen sie auch sonst tun.

Eine längere Sackgasse führt zu den teilweise eingefallenen Eishöhlen bei Hrafntinnusker. Nebel zieht auf und so ist die nur 50m entfernte Eiswand kaum zu sehen. Wir sind nun auf 1000m Höhe. Auf dem Plateau gibt es viele Obsidiane. Sammel, sammel......

Nach der Kreuzung steigt die Piste wieder an, bis wir die Kante überschreiten und auf die Landschaft am Landmannaleid blicken. Einfach gigantisch. Die Abfahrt findet auf einem sandartigen Wall statt. Auf kurzer Distanz fährt man 200m tiefer. 

Da die ganze Gegend Nationalpark ist, fahren wir wieder nach Landmannalaugar. Der Campingplatz ist wie üblich gut besucht. Es wird schnell empfindlich kühl und alles verzieht sich in die eigenen vier Wände.

 

Blick auf den Landmannaleid

View on Landmannaleid

     25. Juli 2007

Wir nehmen die F208 in Richtung Eldgja. Die Sonne strahlt und so kommen die Berge, Seen, Flüsse und Moospolster besonders zur Geltung. Es ist ziemlich viel Verkehr und manche Autos brettern wie die Wilden durch die Gegend. Heftiges Bremsen und ein ausbrechendes Heck sind die Folgen. Am Aussichtspunkt in die Eldgja kommen uns doch tatsächlich 7 Radfahrer auf Mountainbikes entgegen. Der Berg selbst ist zu steil und so wird geschoben.

Wir passieren die Einfahrt zur Eldgja und an der nächsten "Wasserkreuzung" biegen wir im Fluss in Richtung Kraterrand ab. Vom Oberrand der Kraterspalte hat man einen schönen Blick auf den Öfarufoss. 

Wieder etwas talwärts biegt links eine Piste  parallel zur Eldgja ab. Feldwegartig- aber gut zu fahren- kommen wir zur Hütte Skaelingaskali. Die Hütte liegt sehr schön am Wasser und mitten in einem kleinen Lavafeld mit Türmchen und allerlei Durchbrüchen. An einem kleinen Tümpel wächst Wollgras. Das Natursteinfundament ist gut isoliert und drinnen sieht es recht schnuckelig aus mit mehreren Stockbetten, Tisch, Heizung und Kochgelegenheit. Der ideale Platz für Feten im Nirgendwo.

Der weitere Weg führt steil und teilweise ausgewaschen nach oben. Regen setzt ein. Eine schwarze Sandpassage zwischen eng stehenden Bergen und man erreicht ein weites bergumrandetes Tal mit fast kreisrundem See. Wir stoppen. Lutz will wissen, ob der See nur 30cm tief ist und fährt senkrecht in ihn hinein. Etwa 10m vom Ufer sackt er plötzlich einseitig bis zur Motorhaube ein. Rückwärtsgang- und schon steht er wieder am Ufer. Er wollte einfach nicht baden gehen. Uffff....

Die Piste führt hier mehrere hundert Meter am Ufer entlang durch den See. Das ist für morgen.

Kleinere Reparaturen werden vorgenommen. Kotflügel und Pumpe für Zweittank. Lutz repariert den Auspuff. Während des Tages hatte er einen sportlichen Formel1 Sound an den Tag gelegt. 

Die Sonne will nicht untergehen und ich laufe halb um den See. Am Umkehrpunkt ist der schwarze Sand so mit Wasser vollgesogen, daß man sofort tief einsinkt und die Spuren mit Wasser volllaufen. Ich sitze im gut gewärmten Hano und schaue auf den See hinaus.

 

F208 zur Eldgja

F208 to Eldgja

 

Spiegelung im Blautulon See

Reflection in Blautulon lake

     26. Juli 2007

Ein ereignisreicher Tag beginnt mit der Durchfahrt des Blautulon Sees. Immer an der Wand lang. Die Piste führt über Berg und Tal. Viele schwarze Sandpassagen und einige Aufstiege mit auserodierter Fahrspur sind zu bewältigen. Beim Aufstieg zum Breidbakur kommt man an mehreren schönen Aussichtspunkten vorbei. Hofsjökull, Langjökull, Kerlingarfjöll, Vatnajökull und wahrscheinlich auch die Hekla ist zu sehen. 

Der überwältigendste Blick erschließt sich auf dem laut GPS 1021m hohen Breidbakur. Die Bergketten am Langisjör See spiegeln sich teilweise im Wasser und das vor genialer Gletscherkulisse. Immer weiter geht es durch den schwarzen Sand. Der letzte Abstieg geht ins vielarmige Gletscherflusstal der Tungnaa. Jede Menge Flussarme sind kreuz und quer zu passieren. Der Untergrund ist recht seicht und weich. Suchen der besten Passagen ist ständig angesagt. 

Einen Flussarm hat Lutz bereits durchquert und ich folge ihm um eine Spur versetzt. Bei der Ausfahrt gräbt sich der Hano bis zu den Achsen in den klebrigen Schmodder ein. Nichts geht mehr. Ich schaufle etwas Dreck zur Seite, aber besser geht die Bergung mit zwei Gurten. Jürgen und Pit ziehen und ich stehe wieder auf festem Grund.

Weiter geht die Suche nach Querungsmöglichkeiten. In Sichtweite der Jökulheimarhütte stellen wir uns vor dem letzten größeren Fluss etwas erhaben hin, denn in nicht allzu weiter Entfernung lässt der Gletscher Vatnajökull grüßen. Der Gletscherlauf kann kommen- oder besser doch nicht.

 

Ausgewaschene Bergpiste

Washed out mountain track

 

Eingesunken bei der Ausfahrt aus dem Fluss

Stuck at the exit of the river

 

Räder wie einbetoniert

Wheels like in concrete

     27. Juli 2007

Bereits um 3 Uhr wird es richtig hell auf dem Gletscher und gegen 7.30 Uhr treibt es mich endgültig aus den Federn. Es ist Sonne pur. Der Fluss um die Ecke ist über Nacht stark gefallen- mindestens um 20-30cm. Mit Gummistiefeln wate ich den Hauptarm ab. An einer Sandstelle wird mein rechter Stiefel aufgefressen und nur mit Mühe kann ich ihn wieder aus der Pampe ziehen. 

Mit Spanngurt hinten fahre ich voraus in den Fluss und Lutz folgt in 20m Entfernung. Trotz schneller Strömung und trübem Wasser ist die Wasserhöhe unterhalb des Koffers. Ohne größere Schwierigkeiten meistern wir alle den Hauptarm der Tungnaa. An der Jökulheimarhütte wird dann zuerst gefrühstückt. 

Auf meist Sandpiste, mit einigen Orientierungsschwierigkeiten an nicht vorhandenen Kreuzungen und bei schnell wechselnden Wettern- Sonne, Regen, Hagel- erreichen wir das wasserreiche und sehr schöne Gebiet um Veidivötn. Viele Seen und befahrbare Sandbänke in genialer Landschaft stellen ein Hauptausflugsziel der Isländer dar. 

Wir fahren an den Wasserkraftwerken und der im Nebel stehenden Hekla vorbei und kommen schließlich zum Betriebsstoffe fassen nach Hella. Anschließend sitze ich und Lutz im Hotpot, um dann auf dem Campingplatz den Tag nochmals zu besprechen.

 

Querung der Tungnaa am Vatnajökull Gletscher

Crossing river Tungnaa at Vatnajökull glacier

 

Wolken mit Hagel

Clouds with hail

 

Seenlandschaft Veidivötn

Lake area Veidivötn

     28. Juli 2007

Heute ist Ruhetag- oder besser gesagt Hanomagwartung ist angesagt. Dazu bestens geeignet ist der Rasen des Campingplatzes. Abschmieren, Schrauben festziehen und kontrollieren, Grundreinigung; Fenster abdichten, Ausrüstung neu verstauen und und und.......die Hymers und Konsorten rundherum staunen nicht schlecht oder bemitleiden sie uns etwa? Müssen die armen Deutschen mit sooooooo alten Autos Urlaub machen!

Den Rest des Tages vergammeln wir in der mächtig scheinenden Sonne. Nur ab und an schieben sich ein paar Wolken davor.

 

Hanomag Wartung

Hanomag service

     29. Juli 2007

Bei blauem Himmel fahren wir aus Hella ab. Am Beginn der Allradpiste um den Myrdalsjökull fahre ich mir einen 10cm langen Nagel in den rechten Hinterreifen. Der erste Plattfuß in 19 Jahren Island. Reifenwechsel ist angesagt.

Die F261 führt parallel zur Torsmörk in die Berge, wo der erste markante Punkt der Einhornberg zur linken ist. Man passiert die Schlucht der Markarfljöt, die im Tal überbrückt ist. Steinpiste, Sand und kleine Plattenlavafelder wechseln sich ab. 

Für isländische Verhältnisse ist mächtig Verkehr auf der Piste. Noch sind kleine, reißende Flüsse überbrückt. Wir biegen auf die F210 oder Sydri Fjallabak Strecke ab. Die Sandpiste verläuft parallel zum Gletscher. Vor dem Maelifell biegen wir links ab bis zu einer Hütte. Die Übernachtung auf dem Parkplatz würde 750IKr kosten. Ein Isländer erklärt, daß der auf den Hochlandkarten eingezeichnete Weg nur noch ein Wanderweg ist und zudem sehr steil- sagt er. Somit fällt die natürliche Badequelle ins Wasser. Zurück am Maelifell fahre ich in Richtung Quellgebiet Brytalaekir. Ich bleibe auf dem altbekannten Inselplatz von 1992 stehen. Rundherum strömt das Wasser. Die restlichen drei Fahrzeuge streiken und bleiben 500m vorher einfach stehen. Auch gut.

 

Kleine Brücke im Hochland

Little bridge in the highlands

 

Gletscherwasser vor dem Maelifell

Glacier water in front of Maelifell

     30. Juli 2007

Ich fahre alleine weiter. Durch schwarzen Sand erreiche ich die grüne Oase beim Öldufell. Auf dem Weg zur Ringstrasse passiert man mehrere kleine Wasserfälle, die ich fließend fotografiere. 

Eldhraun, Kirkjubaejarklaustur, Skeidararsandur und dann der alte Hof Nupsstadur. Im Nieselregen geht es auch vorbei am Fels Lomagnupur. Im Nebel kann man Skaftafell nur erahnen. Schließlich komme ich zum Jökulsarlon Eissee. Es herrscht Flut und so schwimmt kein einziger Eisberg in Richtung Meer. Endlich löst sich die Blockade und die Strömung dreht sich um. Nun marschiere ich zum Meer und fotografiere gestrandete Eisberge. Viele Robben tummeln sich im Abfluß und die Seeschwalben stürzen sich mit Riesengezeter in die eiskalten Fluten. 

Zurück am Eissee kommt und geht der Seenebel. Gespenstische Stimmung baut sich auf. Lange stehe ich auf dem Hügel und fotografiere was das Zeug hält.

 

Grüne Oase im schwarzen Sand

Green oasis in the black sand

 

Kleiner Wasserfall

Little waterfall

 

Eis am schwarzen Sandstrand

Ice at the black sand beach

 

Jökulsarlon Eissee im Nebel

Jökulsarlon ice lake in the fog

     31. Juli 2007

Jökulsarlontag. Es nieselt den ganzen Vormittag. Erst gegen 13.30 Uhr gehe ich wieder an den Strand. Heute über die Brücke und dann mehrere hundert Meter auf dem schwarzen Sand entlang. Unmengen Eisbrocken liegen nutzlos herum und werden zusammen mit Kieselsteinen von der mächtigen Brandung hin und hergerollt. 

Die Eisberge knacken und tausendjährige Spannungen lösen sich. Die Flut setzt ein und ich hole mir beim Fotografieren mehrfach nasse Füße. Immer weiter nimmt das Meer Besitz vom schwarzen Sandstrand. Schließlich liegen die Eisbrocken direkt vor einer 2m hohen Sanddüne. 

Gegen 19.30 Uhr ist Gezeitenwechsel und die Ebbe löst die Eisbergblockade im Abfluss des Sees. Nun schwimmen wieder neue Eisberge auf das offene Meer hinaus.

Lange stehe ich auf dem kleinen Aussichtsberg, aber es will kein richtiger Sonnenuntergang zustande kommen.

 

Eisberg in der Meeresbrandung

Iceberg in the sea

 

Eiskristall am Strand

Ice crystal at the beach

     1. August 2007

Der Betrieb am See startet um 9.00 Uhr. Fast schlagartig füllt sich der Platz mit Bussen und anderen Touristenfahrzeugen. Nach dem Beobachten einer neugierigen Skua Raubmöwe ist es Zeit zu gehen.

Entlang der Gletscherzungen komme ich nach Höfn zum Bunkern von Betriebsstoffen. Es ist Mittagszeit uns so hat der Reifenladen geschlossen. Ich fahre weiter zum verlassenen Hof am Vestrahorn. Kurz nach dem Tunnel treffe ich Uwe. Am Lonsfjördur versammeln sich bereits wieder tausende Schwäne. Paarweise schwimmen sie umher- sie sind ja schließlich "monoschwan". 

Der Sturm wird heftiger. Auch in Djupivogur finde ich keinen Reifenladen und so entschließe ich mich nach Egilsstadir zu fahren. Die Öxipiste ist bereits recht ausgefahren und wie immer fängt es beim Anstieg mit bis zu 17% auf 500m an zu regnen. Oben angelangt ziehen Nebelschwaden über die schmierige Piste, wodurch der Hano völlig eingesaut wird. In Egilsstadir stelle ich mich auf den Campingplatz bei der Tankstelle.

 

Brücke am Jökulsarlon Eissee am Morgen

Bridge at Jökulsarlon ice lake in the morning

 

Skua Raubmöwe

Skua seagull

 

Isländische Strassenarbeiten

Icelandic roadworks

     2. August 2007

Zuerst fahre ich zum örtlichen Reifenhändler. Ersatzrad abschrauben und in die Werkstatt rollen. Parallel zu meinem Reifen wird ein riesiger Traktorreifen geflickt. Abwechselnd mit Schleifer und Staubsauger verschwindet ein Mann fast im Reifen.

Aufgesessen- es geht an den Myvatn. Mit vier Trampern trotze ich dem Sturm und dem leichten Niesel. Die Ringstrasse ist nun mit wenigen Ausnahmen durchgängig neu verlegt und geteert. 

Mit dem Erreichen des Solfatarenfelds in Namaskard zeigen sich die ersten blauen Flecken am Himmel. Ich traue meinen Augen nicht. Bus auf Bus kommt an- insgesamt 11 Stück. In Akureyri haben zwei Kreuzfahrer angelegt und hunderte Touris sind auf Landgang. Als der Spuk endlich halbwegs vorbei ist, schlendere ich über das Solfatarenfeld und "fotografiere ein wenig".

Das Wetter wird immer besser und schließlich ist der Himmel wolkenlos blau. So mache ich einen kleinen Abstecher zur Krafla, deren kleiner See in grün und blau leuchtet. Der See an der Hauptstrasse ist wieder mit Wasser gefüllt und strahlt in der Sonne. Es stehen nun allerdings überall Schilder mit Badeverbot herum. Auch an der Grotagja werde ich von einer Horde Italiener verfolgt. Ich gehe nach links- sie folgen. Ich gehe nach rechts- sie folgen. So fahre ich zum Campingplatz und stelle mich in die Sonne.

 

Wo sind die Solfataren?

Where are the Solfatares?

 

Hier sind sie uns sie stinken so schön

Here they are and they smell so good

 

Krafla See

Krafla lake

     3. August 2007

In der Nacht kamen die Wolken- es ist total bedeckt. Ruhetag ist angesagt. Dazu fahre ich nach Namaskard. Tourigucken ist angesagt. Man kommt sich vor wie auf einem deutschen Womo Stellplatz. Plastikbomber wohin das Auge reicht. 

"Mir kommt gleich der Magen hoch" oder "Bring eine Wäscheklammer mit- es stinkt" oder "Der Schwefelgestank macht mich fertig" sind nur einige der Sprüche, die man zu hören bekommt. 

Der Wind steht mächtig auf der Seitentüre und Luft mit 6°C dringt fast ungehindert ins Hanomaginnere. Sollte vielleicht mal abgedichtet werden. 

Zurück am Campingplatz verfolgt mich doch die Wohnmobilarmada. Den Vogel schießt ein MAN Bus ab, der direkt neben mir parkt und mit ewigem Gerödel einen Smart aus dem Inneren entläßt. MAN, MAN, MAN......

 

Hier stinkt es!

It`s stinking!

 

MAN mit Smart

MAN with Smart inside

     4. August 2007

Es ist ziemlich trübe und so führe ich einige Wartungsarbeiten durch. Die Wohnmobilisten fragen eifrig nach, ob denn etwas kaputt sei. Nööö- eigentlich nicht. Die anderen drei Hanos sind auf dem Weg zum Myvatn und so fahre ich zur Tankstelle und gehe dann mal wieder die Basalthöhle Storagja ganz in der Nähe ab. Noch immer führt ein Seil und eine schmale Leiter in die Wasserhöhle. Zum Baden ist sie aber schon lange nicht mehr geeignet. 

Am Supermarkt steht ein isländisches Fahrzeug neben einem spanischen Wohnmobil- das ist der kleine Unterschied!

Der nächste Weg führt wieder zusammen nach Husavik. Auch dieses Jahr setzt unterwegs der Regen ein und es ist zugenebelt. Kurz vor Husavik stellen wir uns auf den Parkplatz vor dem warmen See und wollen baden............aber es regnet und regnet und regnet und nicht zu vergessen es stürmt.

Der kleine Unterschied

The little difference

     5. August 2007

Dramatischer Temperaturanstieg- von 8°C auf 8,5°C. Das ist richtiges Badewetter. Mit "stolzgeschwellter" Brust renne ich zum Badetümpel. Der kalte Regen und der Wind hat das Wasser stark abgekühlt. Es hat vielleicht 25°C. Naja fünf Minuten im Wasser müssen reichen. Auch Helden können erfrieren.

Wir fahren an der Küste entlang und bei der Ausfahrt aus Husavik sieht man für einen Augenblick die Berge auf der gegenüberliegenden Fjordseite. 

Die F862 führt zum Dettifoss. Man passiert kleine Birkenwäldchen, Buckelwiesen und viele Löcher, gefüllt mit brauner Brühe. Bei Hljodaklettar treffen wir einen weiteren Hanomag und auf dem restlichen Weg zum Detti ist richtig Verkehr. Wir treffen einen Unimog mit Anhänger und zwei IFAs. Am Dettifoss wird die Gischt durch den Wind voll in unsere Richtung getrieben und ich werde bei Fotografieren patschnass- die Bilder kannste vergessen. Wenigstens der etwas flußaufwärts liegende Selfoss ist einigermaßen fotografierbar.

Durch tief eingegrabene Buckelwiesen kommen wir zur Ringstrasse. Links ab und an der Einfahrt zur Askja hinein in die Hrossaborg. Wir stehen im zerfallenen Krater. 

Der Druckschlauch am Kompressor ist undicht und wird durch einen "neuen alten" Schlauch ersetzt. 

Was ist denn das Helle da oben? Es zeigt sich doch tatsächlich die Sonne. Der Wind verschwindet komplett und ich steige auf den Kraterrand. In der Ferne sieht man die Herdubreid. 

Nach dem Pubbesuch bei Lutz geht am Kraterrand die Sonne unter. Kitschige Farben- wie gewohnt. Schööööön.

 

Dinotreffen auf der Piste

Dino meeting on the track

 

Sonnenuntergang am Kraterrand

Sunset at the edge of the crater

     6. August 2007

Der Krater steht im Sonnenlicht. Jürgen und ich fahren die Askjapiste. Die allesbestimmende Landmarkierung ist die Herdubreid. Immer dominanter steht sie im Blickfeld. Hinter jeder Kurve erschließt sich eine andere Perspektive. Nur ab und zu zeigt sie ihr weißes Häubchen. Die F88 geht vorbei an Herdubreidarlindir und dem Wasserfall der Jökulsa. Im hellen Sonnenlicht donnern die Wassermassen herab.

Wir biegen ab auf die F910 und queren die Jökulsa und die Kreppa jeweils auf Brücken. Die Herdubreid strahlt nun um die Wette mit der Askja und dem Kverkfjöll. Alle scheinen sie frisch eingeschneit zu sein.Sand und Lavafelder wechseln sich ab. Kurz vor Bru biegen wir ab in Richtung Laugarvalladalur. Jetzt dominiert der Snaefell die Szenerie. Auf dem linken Talkamm fahren wir südwärts um schließlich zum warmen Wasserfall abzubiegen.

Pit und Lutz sind bereits da. Die heiße Quelle wurde neu aufgestaut und nun ist das Wasser durchgängig etwa 40°C warm und gut 50-60cm tief. Freiwillig steht man des öfteren im warmen Wasser und schnappt nach kalter Luft.

 

Blumen am Herdubreid

Flowers at Herdubreid

 

Hanomag vor Herdubreid

Hanomag in front of Herdubreid

     7. August 20

Sonne über dem Strandbad und rein in die heiße Brühe- man schwitzt ja so schön bei 40°C Wassertemperatur. Dann ist es später auch kein Problem in der Badehose zum Wasserfall zu gehen. Auf dem Berg führt der erste Weg zur Schlucht Havrahvammagljufur. Sie ist Islands größte und tiefste Schlucht. Sehr eng stehen die Wände zusammen. Es wird vor Steinschlag und Flutung durch den Stausee gewarnt. Der Blick von oben reicht.

Von der Kreuzung sind es dann noch etwa 10km bis zum neu angelegten Stausee Karahnjukur. Auf dem höchsten Punkt ist die Rundumsicht perfekt. Sämtliche schneebedeckten Gipfel der Umgebung leuchten um die Wette. Zwei Staumauern stauen das Wasser- allerdings ist noch vieles Baustelle und wenig zu sehen. Die Dammkrone ist für den Privatverkehr noch nicht befahrbar.

Die Holperpiste führt am Talrand zurück und über Bru kommen wir zur Ringstrasse. Unterwegs sehen wir einen schönen 6x6 Volvo am Strassenrand. Schnell ist Egilsstadir erreicht und das Nachtquartier auf dem Gästeparkplatz des Staudamminformationszentrums am Südende des Lagarfljot. 

 

Ist das heiß

This is hot

 

Schlucht Havrahvammagljufur

Canyon Havrahvammagljufur

 

Piste vor dem Snaefell

Track in front of Snaefell

     8. August 2007

Wir besuchen das Informationszentrum des Karahnjukar Staudammprojekts. Eine Reliefdarstellung zeigt die geografische Lage des ganzen Projekts. Das Turbinenhaus am Ende des Lagerfljot hat 6 Turbinen mit je 115MW. Die Fallhöhe des Wassers ist 420m. 

Wir folgen ungewollt der neuen Stromleitung über den Berg nach Reydarfjördur. Mächtige Y-förmige Masten wurden über den Berg aufgestellt. Der höchste Punkt hat etwa 470m. Diese Strommastenpiste ist in einem guten Zustand und relativ einfach zu befahren.

In Reydarfjördur passieren wir das Aluwerk von Alcoa und kommen dann nach Eskifjördur. Am Ortsausgang stehen einige alte Häuser direkt am Fjord mit viel gesammeltem Zeug davor. Nun folgt die Strecke dem Fjord, bis sie links auf die Vikurheidi abbiegt. Von der Passhöhe liegt rechts der See Lon und die Vödlavik Bucht. Wir fahren jedoch links weiter und klettern dann langsam auf holpriger Piste hinab an den Vidfjördur. Fast am Wasser steht ein einzelnes Haus von 1930. Es wird nur noch als Sommerhaus genutzt. Wir bekommen eine Führung durch alle Etagen und spielen danach etwas "Stöckchenwerfen" mit den Hunden. 

Unser Standplatz ist wenige hundert Meter weiter direkt am Bootsanleger am Fjord. Im Hintergrund wabert der Nebel um die Bergspitzen. Ein 6x6 Polaris Quad kommt herangefahren und mehrere Isländer zerlegen mit der Motorsäge einen etwa 8m langen Baumstamm- vermutlich aus Sibirien.

In der Nacht ist viel Betrieb auf dem Fjord. Zwei Boote aus dem Nachbarort legen an und etwas undefinierbares treibt auf dem Fjord herum. Es stellt sich als selbstgebasteltes Floß heraus, das dann von einem der Motorboote eingefangen und am Steg vertäut wird.

 

Das Ungeheuer vom Lagerfljot

The monster from Lagerfljot

 

Berge am Vidfjördur

Mountains at Vidfjördur

     9. August 2007

Früh machen wir uns auf den Weg über den Pass. Nur Schritttempo ist möglich. Die Steigungen sind teilweise enorm. Nach etwa zwei Stunden sind wir wieder auf der anderen Fjordseite und das Tempo kann merklich erhöht werden. 

Am Ortseingang von Eskifjördur spiegeln sich Boote und Häuser im glatten Fjord. Das Hauptgebäude der Alufabrik ist mehr als 1000m lang. Feuerwehrleute machen eine Schaumlöschübung an der Strasse. In Reydarfjördur gibt es einen neuen 5,9km langen Tunnel nach Faskrudsfjördur. An der dortigen Kreuzung treffen wit Lutz und Pit wieder. Gemeinsam fahren wir die Fjorde entlang. Es gibt viel zu sehen- nämlich Nebel, Nebel, Nebel, Nebel, Nebel und nochmals Nebel. 

Bei Hof wollen wir einen Wasserfall anfahren, jedoch der Weg ist hinter einer Farm abgesperrt. Deswegen folgen wir den beiden anderen Hanos nach Stokksnes- ein immer wieder gern genommener Platz vor dem Vestrahorn. Auch hier zieht der Nebel um die Berge und man sieht sie, sieht sie nicht, sieht sie.........

 

Spiegelung im Fjord bei Eskifjördur 

Reflection in the fjorde at Eskifjördur

 


Verlassener Hof bei Stokksnes

Deserted farm at Stokksnes

     10. August 2007

Der Nebel wabert noch immer um den Berg im Hintergrund. Gemeinsam fahren wir die paar Kilometer bis Höfn um zu Tanken und sonstige Stoffe zu bunkern. Dann fährt jeder für sich in Richtung Eissee. 

Am Strassenrand und gleichzeitig vor einer Gletscherzunge befindet sich eine große Wiese mit stehendem Wasser. Etwa 100 Pferde fressen um die Wette und spiegeln sich fotogen in den Tümpeln.

Der Rest der Strecke ist schnell zurückgelegt und ich erreiche den Jökulsarlon Eissee mal wieder im Nebel. Lange fotografiere ich die vielen angeschwemmten Eisbrocken diesseits der Brücke. Teilweise tonnenschwer liegen sie bewegungslos auf dem schwarzen Sandstrand. 

 

Pferdespiegelung

Horse reflection

 

Achtung Eisberg!

Attention iceberg!

     11. August 2007

Die letzte Jökulsarlon Fotosession beginnt gegen 8.30 Uhr und gleichzeitig geht auch der Betrieb auf dem Parkplatz los. Zuerst sind es die spiegelnden Eisberge im See und dann die angeschwemmten Eisklumpen auf der anderen Seite der Brücke. Der Foto ächzt und stöhnt und es wird ihm ganz kalt bei sooooo viel Eis.

Am kleinen Eissee ist dagegen weit weniger geboten. Man läuft auf der Endmoräne des Gletschers herum und hat eine gute Sicht auf die zerfurchte Abbruchkante des Eisriesen. 

Zwischen Gletscher und Sander kommen wir zum Abzweig Ingolfshöfdi. Ab dem offiziellen Parkplatz beginnen die Wasserspiele. Zuerst sind es tiefe Wasserrinnen in den Wiesen, die dann glänzend, seenartig werden. Das Wasser auf dem schwarzen Sand steht nicht sehr hoch, produziert aber hervorragende Spiegelungen. Der Fahrweg geht schnurgerade auf den Hauptfelsen zu. Dort angekommen steht da ein Traktor mit Anhänger, der gerade mit Touristen für den Rückweg beladen wird.

Wir steigen den sandigen Aufstieg hinauf- Dünenfeeling kommt auf. Oben ist viel Wiese, einige Schafe, eine Schutzhütte und ein Leuchtturm. Lundis sind nur noch unten im Wasser zu erblicken. Dafür segeln aber viele Skuas ständig um uns herum. Als wir wieder unten sind, kommt der Traktor wieder mit der nächsten Besichtigungsgruppe. 

Das Schwimmbad und der Campingplatz bei Bölti ist ziemlich voll und so verziehen wir uns an den Gletscher Svinafellsjökull.

 

Tropfende Eisberge

Dripping icebergs

 

Auf dem Weg nach Ingolfshöfdi

On the way to Ingolfshöfdi

     12. August 2007

Es ist schon enorm wie sich der Gletscher in den letzten Jahren zurückgezogen hat. Fast unmittelbar hinter dem Parkplatz ist ein kleiner Schotterwall und dahinter ein Riesenloch im Boden. Etwa 20m tiefer liegen die letzten Reste des Gletscherausläufers in der trüben Brühe. Ein kleiner See ist am Entstehen. Eine Gletscherwandergruppe erhält die Anweisungen zum Anlegen der Steigeisen und dann ziehen sie auf den schwarzen Resten auf den Gletscher hinauf.

Am Skaftafell ist wie üblich viel Betrieb und so machen wir uns recht schnell wieder auf die Piste. Der Sander ist schnell durchquert und so biegen wir am weithin sichtbaren Fels Lomagnupur ins Tal Nupsstadarskogar ab. Vor herrlicher Bergkulisse queren wir den Fluss, der den ungehinderten Zugang zum Tal blockiert. Immer enger wird das Tal und zuletzt versuchen wir eine weitere Flussquerung. Meine "mickrigen" 10,5er Reifen graben sich bei der Ausfahrt in die Üferböschung in Richtung Australien. Also auf den normalen Sandparkplatz am Fluss. 

Wir wandern weiter in das Tal hinein. Durch kleine Birkenwäldchen, am Fluss entlang und kleinere Anhöhen kommt man zu schönen Felsformationen und schließlich zur Kette an der letzten Felswand. Die Hitze steht erbarmungslos vor der Wand. Man hangelt sich nach oben und wird belohnt durch den Blick auf den Doppelwasserfall. Der linke steht bereits im Schatten. Vor dem rechten Wasserfall bildet sich ein schöner Regenbogen in der reichlich vorhandenen Gischt. Durch Büsche, sumpfige Wiesen und dickes Moos gehen wir noch etwas weiter nach oben. Leider versperrt immer wieder der nächste Hügel den freien Blick. So drehen wir um und sind nach etwa vier Stunden wieder zurück an den Fahrzeugen. Noch lange scheint die Sonne auf die basaltumstandenen Bergspitzen.

 

Das Tal Nupsstadarskogar

The valley Nupsstadarskogar

 

Nach unten an einer Kette

Down on a chain

     13. August 2007

Schon gegen 6 Uhr werde ich von der hellen Sonneneinstrahlung an der gegenüberliegenden Bergwand wach. Danach döse ich wieder ein. Wir fahren in etwa 1,5 Stunden die 12km aus dem Tal heraus. Der Lomagnupur steht nach längerem Warten in der Sonne. 

Der nächste Halt ist nochmals am alten Gehöft von Nupsstadur. Heute glänzt auch der "Willys"  auf seine alten Tage in der Sonne. 

Durch den Skeidararsandur und die Eldhraun kommen wir schließlich nach Vik. Vom dortigen Strand werden die Felsnadeln im Meer ein erstes Mal abgelichtet. An der Ausfahrt aus Vik kann man linkerhand auf einer steilen Piste nach oben klettern. Von der Spitze hat man eine herrliche Weitsicht nach Dyrholaey und den Gletscher. Der Weg geht noch bis zur Steilküste. Man steht nun quasi über den Felsnadeln im Meer. 

In Dyrholaey selbst ist viel Betrieb und auf jeden der noch in den Felsen sitzenden Papageientauchern kommen zwei verzückte Touristen. Die Basaltküste mit Natursteinbrücke am Meer ist sehr imposant. 

Beim Leuchtturm hat man den besten Blick auf das im Meer stehende und mit dem Land verbundene Felsentor. Unser Übernachtungsplatz ist bei einer Lavahöhle mit Blick auf die Felsnadeln von Vik und Dyrholaey.

 

Felsen bei Vik

Rocks at Vik

 

Felsentor Dyrholaey

Rock door Dyrholaey

     14. August 2007

Der strahlend weiße Gletscher spiegelt sich in der Pfütze hinter unserem Übernachtungsplatz. So machen wir uns auf zum Skogarfoss. Da es erst 10 Uhr ist, liegt der Großteil des Wasserfalls noch im Schatten. Ein Foto ist er aber allemal wert. Ein weiterer kurzer Abstecher führt zum schön ausgebauten Museum von Skogar. 

Danach ist Baden angesagt. Im Tal von Seljavellir gibt es zwar keinen Campingplatz mehr, aber das Bad am Fuß der Berge ist nach 10 minütigem Fußmarsch erreicht. Dicht an den Fels gebaut ist es etwa 35°C warm. Der Boden ist ziemlich veralgt und glitschig. Trotzdem ist es eines der schönstgelegenen Bäder Islands und nur wenig besucht.

Gegen 3 Uhr sind wir am Seljalandsfoss und warten auf die Sonne bis sie um die Kurve kommt und einen Regenbogen vor den Wasserfall zaubert. Starker Wind bläst viel Gischt in die Luft eine lange Fotoorgie kann beginnen. Von allen Seiten und Blickwinkeln wird er abgelichtet. Touris kommen und gehen- wir bleiben. Die heißgelaufenen Objektive werden des öfteren von der wasserhaltigen Luft abgekühlt. Geschafft- das letzte Bild ist gemacht.

Zum Einkaufen fahren wir nach Hvollsvöllur und dann auf die Felder an ein Gewässer zum Übernachten. Die Sonne sticht erbarmungslos und bei tiefstehender Sonne tanzen unendlich lange Trolle in den Wiesen.

Wir sitzen bereits beim "Feierabendbierchen" als ein isländischer Fischer erklärt, daß unser Parkplatz absolutes Privatgelände sei und nur für die "fisherman". So packen wir nochmals kurz ein und fahren in der untergehenden Sonne bis an einen Fluss kurz vor Hella.

 

Am Skogarfoss

At Skogarfoss

 

Regenbogen am Seljalandsfoss

Rainbow at Seljalandsfoss

     15. August 2007

Die Morgensonne spiegelt sich im Fluss und scheint in den Hanomag. Es stürmt gewaltig. Hella, Selfoss, Hveragerdi und dann ist Reykjavik erreicht. Noch immer bläst der Wind in Sturmstärke um die Häuserecken. Deshalb machen wir nur einen kurzen Gang über die Hauptstrasse und hinunter in den Hafen. Die Fischkneipe bruzzelt noch immer sehr gute Spiesschen. Wal und Catfish ist angesagt- dazu ein heißes Fischsüppchen.

Am Campingplatz sind wieder alle vier Hanomags versammelt und als Nachbarn haben wir wieder Sigga und Alex. 

 

Hallo Nachbar

Hello neighbour

     16. August 2007

Wir sind kurz vor dem Urlaubsende und so nutzt jeder nochmals die Gelegenheit den Hanomag durchzuchecken und hauptsächlich abzuschmieren. Zeitweise sieht es ziemlich wüst aus mit all den herumliegenden Teilen und den diversen Werkzeugkisten. Nirgends werden größere Schäden festgestellt.

Am frühen Nachmittag bringen wir die Autos von Lutz, Jürgen und Uwe zu Eimskip. Ich erkundige mich nach meinem Schreiben mit den gestohlenen Gegenständen. Eimskip verspricht sich baldmöglichst bei mir zu melden.

Lutz und ich brechen auf zum Dubliner. Dort herrscht nun auch Rauchverbot in der Kneipe und man kann "nur" Guinness trinken. Ingo und Gulli kommen auf einen Sprung vorbei und wir unterhalten uns natürlich über Island.

Zuerst stehen wir auf der falschen Strassenseite für den 14er Bus zum Campingplatz. Schließlich warten wir richtig und ein Isi auf dem Weg in den Urlaub nach Griechenland packt noch für jeden von uns ein Bierchen aus.

Zurück am Campingplatz muß die Hälfte bereits auf den Flughafen und wir sitzen nur noch mit dezimierter Mannschaft für längere Zeit vor den verbliebenen Autos.

 

Auf dem Campingplatz

On the campsite

     17./18. August 2007

Der Hanomag wird zur Abgabe endgültig fertiggemacht. Zuvor besucht uns Ingo nochmals und wir unterhalten uns über Wintertouren in Island. Gegen 14 Uhr fahren wir in den Hafen und unsere Fahrzeuge werden von Eimskip in Empfang genommen. Am kommenden Donnerstag gehen sie auf die Dettifoss und über den Nordatlantik nach Hamburg.

Nun quartieren wir uns für eine Nacht in der Jugendherberge ein. Den ganzen Nachmittag hört man die Soundchecks der Konzertnacht am nahen Fußballstadion. Um 19 Uhr geht es los. Die Haupttribüne und der halbe Innenraum sind mit über 40000 Leuten bevölkert. Das kostenlose Konzert wird von einer Bank gesponsert und auch im Fernsehen gesendet. Rock, Klassik, Girliband, Gitarrenfolk und schräge Isimusik wird geboten. Um 23 Uhr ist das Spektakel vorbei und ich verziehe mich in die Juhe.

Schon um 4 Uhr früh klingelt der Wecker und der Flybus bringt uns zum Flughafen, wo sich das Einchecken wieder ziemlich in die Länge zieht. Mit leichter Verspätung heben wir nach Frankfurt ab und beenden einen ereignisreichen Islandurlaub.

 

Konzert im Stadion

Concert in the stadium

 

Fazit:

Bei der Abholung des Fahrzeuges in Reykjavik auf der Hinfahrt als auch bei der Abholung in Hamburg auf der Rückfahrt stand mein Fahrzeug unverschlossen im Hafengelände herum. Leute gingen ungehindert ein und aus. Kontrolle? Fehlanzeige! Diebe hatten alle Zeit der Welt um größere Mengen gestohlener Gegenstände in aller Ruhe auszusuchen und abzutransportieren.

 

Zuerst schwieg Eimskip wochenlang, dann wurden mir gegenüber Überwachungskameras und Geschäftsbedingungen erwähnt.......ja der Inhalt der Fahrzeuge, das ist das Problem des Autobesitzers- dafür übernehmen wir keine Verantwortung. Schön, daß man so besorgt um seine Kunden ist. Es reicht ja schließlich, daß man mehrere tausend Euro für den Transport bezahlt hat- da braucht man die Autos doch nicht auch noch abzuschließen.

 

Auch 8 Wochen nach meinem Urlaubsbeginn und jeder Menge Schriftverkehr ist Eimskip nicht bereit für den kompletten Schaden aufzukommen, der eindeutig in deren Verantwortungsbereich entstanden ist.

 

Nach eigenen Recherchen und vielen Hinweisen ist es sehr wahrscheinlich, daß die Diebstähle in Reykjavik stattgefunden haben. Auch dort wurden zwischenzeitlich Billigarbeiter aus Polen eingestellt.....Die Kriminalität in Form von Diebstählen ist nun endgültig auch in Island angekommen....

 

Bitte meldet euch, wenn ihr diesen Sommer ebenfalls bei Eimskip beklaut wurdet.

 

Aus heutiger Sicht ist es nicht mehr zu empfehlen sein Fahrzeug mit Eimskip nach Island verschiffen zu lassen. 

 

13.9.2007